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Die
Piratenangriffe rings um
Somalia haben, trotz dem
Einsatz von
Kriegsschiffen, eine neue
Dimension erreicht. Fast täglich
werden Frachtschiffe entführt
und erst gegen horrende Lösegelder
freigelassen. Der
westliche Indische Ozean
ist zum Hotspot der neuen
Piraterie geworden.
Das
war vor 300 Jahren auch
schon so. Doch die Gründe
dazu lagen nicht in Krieg
und Armut an Somalias Küsten,
sondern weit weg in der
Karibik. Im 16.
Jahrhundert dominierten
die Spanier die Meere und
ihre erbeuteten Schätze
aus Mittelamerika zogen
die Gier der jungen
Seefahrermächte auf sich:
Frankreich, England und
die Niederlande. Diese
unterstützten aktiv die
Beutezüge von Piraten
gegen die Spanier. Die
Freibeuter konnten sich
auf das Wohlwollen dieser
Mächte stützen, solange
sie Jagd auf die Spanier
machten. Die Karibik
wurde jedoch immer
mehr zum Tummelfeld
staatenloser Krimineller,
die unter der
Piratenflagge Schiffe
jeglicher Nation
angriffen. Als sich
England mit Spanien aussöhnte,
waren die Piraten nur noch
lästige Störenfriede.
Sie wurden durch Amnestien
und die Vergabe von
Siedlerland vom Meer
weggelockt. Störrische Übeltäter
wurden gehenkt oder
verjagt. Zwischen 1680 und
1720 flohen die Piraten in
den Indischen Ozean, auf
der Suche nach lohnender
Beute und einem sicheren
Hafen. Die Beute fanden
sie im nördlichen
Indischen Ozean, wo
moslemische Schiffe
reichbeladen zwischen
Indien und dem Roten Meer
verkehrten. In Madagaskar
fanden sie hingegen Naturhäfen,
genug Holz für
Schiffsreparaturen, Essen
und Wasser im Überfluss
und eine friedliche Bevölkerung.
So kam es, dass zahlreiche
Piratenhorte entlang der
madagassischen Küsten
entstanden. Es soll sogar
die freiheitsliebende
Piratenrepublik Libertalia
gegeben haben.
Um
1720 war der Spuk vorbei:
die britische Marine
machte konsequent Jagd auf
Piratenflotten. Ebenso
aber wurden die Hehler und
Hintermänner
ausgeschaltet. Denn ohne
sie war das geraubte Gut für
die Piraten wertlos. Zudem
wurde den Piraten im
Rahmen einer Amnestie ein
Leben in Legalität ermöglicht.
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